Vertrauen fördern: DFV startet Integrationsprojekt

Feuerwehrverband will Kontakte und interkulturelle Kompetenz stärken

Logo "Deutscher Feuerwehrverband e.V." (DFV)

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Berlin – Kontakte fördern, interkulturelle Kompetenz stärken – dies sind Kernpunkte des „Integrationsprojekts Feuerwehr“, das der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) mit einer Auftaktveranstaltung im Juni startet. „Integration ist kein Selbstläufer! Damit sie dauerhaft gelingt, müssen wir sie aktiv fördern und unterstützen“, erklärt DFV-Vizepräsident Ulrich Behrendt.

Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds kofinanziert; für die Verwaltung des Fonds ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig. Ziel des Projekts sind engere Kontakte und eine Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Migrantinnen und Migranten in den Städten und Gemeinden.

„Dies ist wichtig für das gegenseitige Verstehen der jeweiligen Standpunkte und Arbeitsweisen, für die Prävention und auch langfristig für eine ehrenamtliche Tätigkeit“, erläutert Orhan Bekyigit. Der DFV-Fachberater für Migration stand dem Deutschen Feuerwehrverband auch nach der verheerenden Brandkatastrophe mit acht Todesopfern im Jahr 2008 in Ludwigshafen zur Seite. „Wenn die Menschen aneinander vorbei reden, kann dies zu Aggressionen gegen Einsatzkräfte oder Streit um Einsatzabläufe führen“, warnt der türkischstämmige Leiter einer Werkfeuerwehr in Baden-Württemberg.

In dem zunächst auf ein Jahr angelegten Projekt sollen das Problembewusstsein bei den Feuerwehren verdeutlicht, die interkulturelle Kompetenz erhöht und Vertrauen von Migrantinnen und Migranten erworben werden. „Integration braucht die Bereitschaft, Unterschiede als Bereicherung und nicht als Mangel zu begreifen, und die Anstrengung, Teilhabemöglichkeiten für alle zu schaffen“, appelliert Vizepräsident Behrendt.

Bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 30. Juni 2011, in der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz in Berlin, sollen Beispiele guter Praxis vorgestellt, Netzwerke geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht werden. Eingeladen werden hierzu unter anderem Tandems aus Feuerwehr-Führungskräften und Feuerwehrangehörigen mit Migrationshintergrund beziehungsweise Erfahrungen mit der Arbeit mit Migrantinnen und Migranten. „Wir wollen aufzeigen, wie jede einzelne Feuerwehr Vorteile aus einer guten Integrationsarbeit ziehen kann“, wirbt Bekyigit.

Im Rahmen des Projekts will der DFV zudem Empfehlungen zur Interkulturellen Öffnung erstellen und die Strukturen der Integrationsbeauftragten an der Basis schaffen und unterstützen. Möglich sind auch Schulungen, wie sie unter Mitwirkung des DFV im Leonardo da Vinci-Projekt „Mehr Vielfalt in der Feuerwehr“ der EU entwickelt wurden. Im zweiten Schritt ist eine Feuerwehr-Jahresaktion als „Vertrauenskampagne“ angedacht.

Quelle: DFV-Presseinformation Nr. 29/2011 vom 4. Mai 2011