Schutz von Helfenden im Einsatz: Gemeinsam gegen Gewalt und Bedrohungen

Symbolbild Landesflagge Rheinland-Pfalz
Symbolbild Landesflagge Rheinland-Pfalz

Mainz – Der Landespräventionsrat Rheinland-Pfalz hat bei der Fachtagung „Stark im Einsatz: Im Dienst für die Gesellschaft“ den Schutz von Beschäftigten im Gesundheitswesen sowie von Einsatz- und Hilfskräften vor Gewalt und Bedrohungen in den Mittelpunkt gestellt. Vertreterinnen und Vertreter aus Gesundheitswesen, Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und kommunalen Ordnungsbehörden kamen zusammen, um Erfahrungen und Fachwissen zum Umgang mit Aggression, Bedrohungen und Gewalt auszutauschen.

„Menschen, die helfen, schützen, retten und versorgen, leisten einen unverzichtbaren Beitrag für unser Gemeinwesen. Bedrohungen, Beleidigungen und Gewalt dürfen dabei nicht als normales Berufsrisiko hingenommen werden. Gesundheitswesen, Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und weitere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben stehen beim Umgang mit Aggression und Gewalt vor vergleichbaren Herausforderungen. Deshalb wollen wir Erfahrungen und Fachwissen zusammenbringen und gemeinsam wirksame Ansätze für Prävention und Schutz entwickeln. Wer sich für andere einsetzt, verdient Anerkennung, Respekt und Schutz“, sagte Innenstaatssekretär Dirk Herber.

„Ein starkes Gesundheitswesen braucht Beschäftigte, die sich an ihrem Arbeitsplatz sicher und unterstützt fühlen. Gewalt gegen Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe ist deshalb nicht allein das Problem der Betroffenen. Auch Einrichtungen, Führungskräfte und Politik sind gefordert. Unser Anspruch ist es, hinzuschauen, vorzubeugen, konsequent zu reagieren und diejenigen zu unterstützen, die einen Übergriff erlebt haben. Wer Verantwortung für die Gesundheit anderer übernimmt, muss sich darauf verlassen können, dass auch für seinen Schutz Verantwortung übernommen wird“, sagte Gesundheitsminister Clemens Hoch.

„Eine demokratische Gesellschaft lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen und füreinander einstehen. Wer anderen hilft, Menschen versorgt, schützt oder in schwierigen Situationen beisteht, verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung. Gewalt, Bedrohungen und Einschüchterungen dürfen nicht dazu führen, dass Helfende ihre wichtige Arbeit mit Sorge oder Angst ausüben. Gerade in einer Zeit, in der das Vertrauen in staatliche und öffentliche Institutionen vor Herausforderungen steht, ist es wichtig, diejenigen zu stärken, die tagtäglich für unser Gemeinwesen da sind. Der Schutz von Helfenden ist deshalb auch eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts und einer lebendigen Demokratie”, betonte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Die Fachtagung nahm die Herausforderungen im Umgang mit Bedrohungen und Gewalt gegenüber Menschen in den Blick, die beruflich oder ehrenamtlich helfen, schützen und versorgen. Die betroffenen Berufsgruppen übernehmen zentrale Aufgaben in der Gesundheitsversorgung, der Gefahrenabwehr, der Rettung und der öffentlichen Sicherheit. Angriffe und Einschüchterungen können die Ausübung dieser Tätigkeiten erschweren und damit auch die Funktionsfähigkeit wichtiger Hilfs- und Sicherheitsstrukturen beeinträchtigen und sich auf das Vertrauen in staatliche und öffentliche Institutionen auswirken. Die Thematik berührt damit zugleich grundlegende Voraussetzungen eines funktionierenden demokratischen Gemeinwesens. Ziel der Fachtagung war es deshalb, den Schutz der Beschäftigten und Ehrenamtlichen fachübergreifend zu betrachten und Ansätze für wirksame Prävention und Schutz zusammenzuführen.

Dabei wurden wissenschaftliche Erkenntnisse, Erfahrungen aus der Praxis und die Perspektive unmittelbar Betroffener miteinander verbunden. Neben wissenschaftlichen Impulsen und einer Betroffenenrunde bot die Fachtagung Raum für den fachübergreifenden Austausch sowie die Vorstellung konkreter Ansätze aus der Praxis.

Die Fachtagung wurde vom Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium und dem Sozialministerium durchgeführt. Sie geht auf eine Initiative des Landespräventionsrates Rheinland-Pfalz zurück, der die ressort- und professionsübergreifende Zusammenarbeit in der Prävention weiter stärken möchte.

Quelle: Pressemitteilung vom 1. Oktober 2026