
Otterberg – Am Mittwoch, 31. Juli, um 17:37 Uhr wurden die Feuerwehr und der Rettungsdienst alarmiert, weil in einem Mehrparteienhaus in der Lauerstraße ein Kohlenmonoxid-Warner (CO-Warner) ausgelöst hatte. Medizinische Untersuchungen während des Einsatzes ergaben, dass es zwar eine erhöhte CO-Konzentration im Blut gab, diese aber den kritischen Wert, der weitere medizinische Maßnahmen erfordert, nicht überstieg. Eine Behandlung war nicht notwendig. Sechs Hausbewohner waren betroffen.
Die mit Atemschutz ausgerüsteten Einsatzkräfte überprüften das Gebäude mit entsprechenden Messgeräten und stellten eine leicht erhöhte CO-Konzentration fest. Die Ursache war eine Gastherme, deren Abgase aufgrund der hochsommerlichen Außentemperaturen nicht vollständig über den Kamin abgezogen wurden, sodass sich das Gas im Wohngebäude ansammelte.
Vor Ort waren auch die Polizei, ein Notarzt und der zuständige Bezirksschornsteinfegermeister.
Aus Sicht der Feuerwehr hat der CO-Warner die Bewohner vor gesundheitlichen Schäden oder sogar dem Tod bewahrt. Diese Geräte können in jedem Baumarkt erworben werden. Das Anbringen von CO-Meldern in Wohn- und Schlafbereichen kann im Ernstfall Leben retten.
Kohlenmonoxid, die unsichtbare Gefahr
Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas, das nur durch technische Sensoren wie CO-Melder erkannt werden kann. Akute Vergiftungen führen zu Symptomen wie Schwindel, Übelkeit und Bewusstlosigkeit und können tödlich enden. Chronische Vergiftungen durch geringe Mengen Kohlenmonoxid verursachen langfristige Gesundheitsschäden wie Demenz, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Verschiedene Fachverbände, darunter auch der Deutsche Feuerwehrverband (DFV), haben an die Politik appelliert, verstärkte Maßnahmen zur Kontrolle und frühzeitigen Warnung vor Kohlenmonoxid-Gefahren zu ergreifen sowie die Bevölkerung umfassend über die Risiken und Präventionsmöglichkeiten aufzuklären. Laut einer aktuellen Pressemitteilung wurden in den vergangenen zehn Jahren jährlich durchschnittlich knapp 3.500 Patienten mit Kohlenmonoxidvergiftungen in deutschen Krankenhäusern behandelt. Jeder sechste Patient verstarb. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von menschlichem Fehlverhalten über defekte Heizgeräte bis hin zu unzureichend gewarteten Abzugsrohren oder falsch gelagerten Holzpellets. Kohlenmonoxid kann zudem unbemerkt durch Decken und Wände dringen.