Zahlreiche teils großflächige Wald- und Vegetationsbrände haben die Einsatzkräfte in Rheinland-Pfalz seit Ende Juni gefordert. Aufgrund ihrer Dynamik und Ausdehnung waren die Einsatzlagen teilweise besonders anspruchsvoll.
Dabei hat sich das Zusammenspiel der örtlichen Feuerwehren, überörtlicher Einheiten, landesweiter Spezialfähigkeiten und des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz Rheinland-Pfalz (LfBK) bewährt. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte auch von Landwirten und Winzern, die mit ihren Fahrzeugen und Geräten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung einzelner Einsatzlagen leisteten.
Allein vom 30. Juni bis zum 17. August 2026 standen 41 einsatzbezogene Lagemeldungen des Lagezentrums Bevölkerungsschutz des Landes unmittelbar im Zusammenhang mit Wald-, Flächen- und Vegetationsbränden.
„Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass wir auch bei größeren und dynamischen Einsatzlagen auf leistungsfähige Strukturen zurückgreifen können. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel aller Beteiligten – von der Einsatzleitung vor Ort über die kommunalen und überörtlichen Feuerwehreinheiten bis hin zu den Spezialfähigkeiten des Landes. Das Innenministerium steht hierzu fortlaufend mit dem LfBK im Austausch und begleitet die Entwicklung der Einsatzlagen eng“, sagte Innenstaatssekretär Dirk Herber. Das LfBK unterstützt unter anderem dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Informationen zusammenzuführen und notwendige Ressourcen landesweit zu koordinieren.
Bei den größeren Einsatzlagen kamen unter anderem Waldbrandzüge, spezielle Tanklöschfahrzeuge, Drohnen und weitere Einsatzmittel der luft- und ferngestützten Erkundung zum Einsatz. Je nach Lage wurden zudem Polizeihubschrauber, das Technische Hilfswerk, Hilfsorganisationen sowie weitere Fachberater und Partner eingebunden.
Auch über die Landesgrenzen hinaus haben rheinland-pfälzische Einsatzkräfte in den vergangenen Wochen Unterstützung geleistet. So waren Kräfte aus Rheinland-Pfalz unter anderem bei der Bewältigung eines Waldbrandes im Saarland im Einsatz. Bei der aktuellen Waldbrandlage im Hohen Venn an der deutsch-belgischen Grenze unterstützen rheinland-pfälzische Einsatzkräfte im Rahmen der verfügbaren Möglichkeiten. Die länderübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht es, vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen dort einzusetzen, wo sie aufgrund der jeweiligen Lage besonders benötigt werden.
Auch nach der eigentlichen Brandbekämpfung bleiben die Einsatzkräfte weiterhin gefordert. Bei verschiedenen größeren Wald- und Vegetationsbränden im Land laufen nach wie vor Nachlöscharbeiten und Kontrollen, um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
„Unser Dank gilt allen Einsatzkräften, den unterstützenden Landwirten und Winzern und allen weiteren Beteiligten, die in den vergangenen Wochen unter teilweise schwierigsten Bedingungen im Einsatz waren. Die Bewältigung größerer Wald- und Vegetationsbrände ist immer eine Gemeinschaftsleistung. Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass unsere Strukturen funktionieren und die verschiedenen Ebenen gut ineinandergreifen. Wir werden die Einsätze nun gemeinsam analysieren. Sollte es Verbesserungsbedarf geben, werden wir nachsteuern“, so Herber abschließend.
Auswahl der größeren Einsatzlagen
Zu den größeren Wald- und Vegetationsbränden der vergangenen Wochen gehörten unter anderem:
- Gebhardshain, Landkreis Altenkirchen, 16. August: rund 10 Hektar, etwa 350 Einsatzkräfte
- Langscheid, Landkreis Mayen-Koblenz, 14. August: rund 50 Hektar, mehr als 400 Einsatzkräfte
- Büchel, Landkreis Cochem-Zell, 14. August: rund 40 Hektar, etwa 370 Einsatzkräfte
- Bengel, Landkreis Bernkastel-Wittlich, 13. August: rund 5 Hektar, etwa 300 Einsatzkräfte
- Schwollen, Landkreis Birkenfeld, 10. August: rund 4 Hektar
- Hilgert, Westerwaldkreis, 10. August: rund 8,5 Hektar, etwa 270 Einsatzkräfte
- Reichenbach, Landkreis Birkenfeld, 30. Juli: mehr als 22 Hektar, mehr als 180 Einsatzkräfte
- Quirnbach, Landkreis Kusel, 30. Juli: rund 3 Hektar
- Waldbrand im Saarland, 23. Juli: rund 6 Hektar
- Traisen, Landkreis Bad Kreuznach, 3. Juli: rund 5,4 Hektar, in der Spitze etwa 450 Einsatzkräfte