PM Nr. 41 – 1. Mai 2011 „Jugendfeuerwehr ein wichtiger Baustein“

Gründungsfest der Jugendfeuerwehr Niederkirchen/Schallodenbach

Niederkirchen – Gut besucht war das Gründungsfest der Jugendfeuerwehr (JF) Niederkirchen/Schallodenbach. Am Samstag, 30. April, eröffnete gegen 14 Uhr der Musikverein Niederkirchen die Veranstaltung am örtlichen Feuerwehrhaus, bevor eine Stunde später der offizielle Teil begann.

Bürgermeister Martin Müller (rechts) überreicht dem Geburtstagskind Rabea Ammann (links) die Jugendfeuerwehrkleidung. Im Hintergrund Jugendwart Christian Meyer.
Bürgermeister Martin Müller (rechts) überreicht dem Geburtstagskind Rabea Ammann (links) die Jugendfeuerwehrkleidung. Im Hintergrund Jugendwart Christian Meyer.

Höhepunkt des Gründungsfests war nach den Reden und den Grußworten die Übergabe der Mitgliedsausweise und JF-Kleidung an die 34 Jugendlichen. Erste war Rabea Ammann, die an diesem Tag zehn Jahre alt wurde. Die Anwesenden gratulierten ihr mit dem Lied „Happy Birthday“. Die jeweils 17 Mädchen und Jungen zogen sich nach der Übergabe in der angrenzenden Grundschule um und liefen in ihrer JF-Kleidung mit dem Deutschmeister-Regimentsmarsch auf die Bühne. Hannah Steiner und Dennis Matheis erklärten anschließend, was sie in Zukunft als angehende Brandbekämpfer in der Feuerwehr lernen und unternehmen werden.

Sitzend von links: Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Kassel, Kreisfeuerwehrinspekteur Hans Weber, stellvertretende Jugendwartin Jasmin Schäpan, Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt, Bürgermeister Martin Müller und Jugendwart Christian Meyer (kniend). Dahinter die Jugendlichen der JF Niederkirchen/Schallodenbach.
Sitzend von links: Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Kassel, Kreisfeuerwehrinspekteur Hans Weber, stellvertretende Jugendwartin Jasmin Schäpan, Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt, Bürgermeister Martin Müller und Jugendwart Christian Meyer (kniend). Dahinter die Jugendlichen der JF Niederkirchen/Schallodenbach.

Nach dem offiziellen Teil gab es zunächst eine Fettexplosion, um den anwesenden Gästen die Folgen durch das falsche Löschmittel Wasser bei brennendem Fett zu demonstrieren. Dann rückte ein Teil der Jugendlichen im Tanklöschfahrzeug mit Blaulicht und Martinshorn zur ersten Vorführung an. Unterstützt von aktiven Feuerwehrangehörigen bauten sie einen Löschangriff auf und löschten mit zwei Rohren einen brennenden Palettenstapel. Das Jugendrotkreuz Otterbach zeigte im Anschluss noch einige Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Reden und Grußworte

Der Wehrführer von Niederkirchen, Oliver Woll, begrüßte zunächst die Gäste zu dem „wichtigen und zukunftsweisenden Tag“ für die Feuerwehren Niederkirchen und Schallodenbach. Unter den Ehrengästen waren die Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt, Bürgermeister Martin Müller und sein Otterbacher Amtskollege, Harald Westrich, die Ortsbürgermeister Marco Schuster und Hans Michel, die Ratsmitglieder aus Niederkirchen und Schallodenbach sowie des Verbandsgemeinderates und der ehemalige Ortsbürgermeister von Niederkirchen, Klaus Rott. Weitere Ehrengäste waren Kreisjugendfeuerwehrwart Michel Kassel, Kreisfeuerwehrinspekteur Hans Weber sowie seine Stellvertreter Gerwald Wenz und Mathias Diederich, die Jugendwarte aus dem Landkreis Kaiserslautern, der Otterbacher Wehrleiter, Matthias Apfelbeck und Pfarrer Waldemar Müller.

Anschließend trat Bürgermeister Martin Müller ans Rednerpult. Er dankte allen Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, die sich „uneigennützig in den Dienst der Allgemeinheit stellen“ und große Teile ihrer Freizeit opfern, um „unsere Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall vor Feuer und anderen Gefahren zu schützen.“ Da mittlerweile nur noch wenige Menschen den Weg als Quereinsteiger zur Freiwilligen Feuerwehr finden, ist „die Jugendfeuerwehr ein wichtiger Baustein“, um die Sicherheit der Bevölkerung zu garantieren.

Für den Rathauschef sind die Mädchen und Jungen der neuen JF die „Brandmeister und Wehrführer von morgen“. Die Jugendarbeit in der Feuerwehr zeigt eine Alternative „zum virtuellen Freizeitangebot unserer Medien- und Spaßgesellschaft auf.“ Anschließend stellte Müller die Qualifikation im sozialen Miteinander, Schlüsselqualifikationen für den Beruf und die interessante Mischung aus Theorie und Praxis während der Ausbildung heraus. „Wichtig ist, dass die Arbeit in der Jugendfeuerwehr auch Spaß macht. Denn nur dann bleibt man auch wirklich dabei.“, sagte der Bürgermeister. Zum Schluss seiner Rede übergab er ein kleines Weinpräsent an Christian Meyer und einen Blumenstrauß an Jasmin Schäpan, die beiden Initiatoren der neuen JF, und dankte ihnen damit für das bisherige Engagement.

Die Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt schenkte den Jugendlichen ein Glaswappen des Landkreises Kaiserslautern. Sankt Florian, der Schutzpatron der Feuerwehrleute, solle seine Hand schützend über die JF Niederkirchen/Schallodenbach legen. Kreisfeuerwehrinspekteur Hans Weber sagte, dass ohne Feuerwehr der örtliche Schutz so nicht möglich sei. Er lud die 34 Jugendlichen zum diesjährigen Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis Kaiserslautern nach Landstuhl ein.

Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Kassel stellte fest, dass sich nun über 300 Mädchen und Jungen in den JF-Gruppen im Landkreis Kaiserslautern engagieren. Der Ortsbürgermeister von Niederkirchen, Marco Schuster, freute sich über die neue JF und sagte, auch stellvertretend für seinen Schallodenbacher Amtskollegen Hans Michel, die Unterstützung durch beide Ortsgemeinden zu. Die JF erhält ein kleines Startkapital und darf die Westpfalzhalle kostenlos benutzen. Er wünschte allen Jugendlichen viel Spaß und Freude.

Fahrzeugausstellung

Neben den in Niederkirchen stationierten Feuerwehrfahrzeugen konnten der Einsatzleitwagen und der neue Wechsellader mit Kran des Landkreises Kaiserslautern besichtigt werden. Beide Fahrzeuge sind bei der Feuerwehr Ramstein stationiert. Die Feuerwehr der US-Army war mit einem in Miesau stationierten Einsatzfahrzeug angerückt. Die Feuerwehr Otterberg war mit Drehleiter, Rüstwagen und Löschgruppenfahrzeug nach Niederkirchen gekommen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) stellte einen Rettungswagen (RTW) aus.

Die JF Niederkirchen/Schallodenbach

Neben der Vermittlung von feuerwehrtechnischem Wissen und Kenntnissen ist die allgemeine Jugendarbeit ein weiterer Schwerpunkt der JF. So erlernen die Jugendlichen bereits, wie ein Löschangriff aufgebaut wird. Freizeiten, Zeltlager und Ausflüge stehen ebenfalls auf dem Übungsplan der angehenden Brandbekämpfer.

Christian Meyer aus Niederkirchen ist Jugendwart der neuen JF. Seine Stellvertreterin ist Jasmin Schäpan aus Schallodenbach. Derzeit sind 34 Jugendliche, davon 17 Mädchen, in der neuen Jugendfeuerwehr aktiv.

Die Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr ist kostenlos. Die Kleidung wird unentgeltlich gestellt. Ab zehn Jahren können Mädchen und Jungen mit Einwilligung eines Erziehungsberechtigten bei der Jugendfeuerwehr mitmachen. Im Alter von 16 Jahren kann frühestens der Übertritt in die Feuerwehr (Einsatzabteilung) erfolgen.

Die nächste Gruppenstunde der Jugendfeuerwehr Niederkirchen/Schallodenbach ist am Freitag, 13. Mai 2011, um 17 Uhr. Treffpunkt ist das Feuerwehrhaus Niederkirchen, Schulstraße 9, 67700 Niederkirchen (neben Grundschule und Kindergarten). Die Termine der Gruppenstunde sind auf der Feuerwehr-Internetseite und im Amtsblatt aufgeführt.

1882: Gründung der ersten JF in Deutschland

Die erste JF in Deutschland wurde im Jahr 1882 in Oevenum auf der Insel Föhr gegründet. Laut dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz richtete die Feuerwehr Andernach (Landkreis Mayen-Koblenz) im Jahr 1934 als erste Wehr im Bereich von Rheinland-Pfalz eine Nachwuchsabteilung ein. 1963 wurde die erste JF im Landkreis Kaiserslautern durch die Feuerwehr Ramstein gegründet.

In Deutschland gibt es etwa 17.600 JF-Gruppen mit rund 240.000 Mitglieder. Davon sind etwa 25 Prozent Mädchen. Laut dem Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz gibt es in dem Bundesland 1.125 JF-Gruppen mit 2.719 Mädchen und 10.969 Jungen.

Bilder: Feuerwehr Otterberg