Brandtragödie in Hamburg: Verband zutiefst bestürzt

Junge aus der Jugendfeuerwehr als mutmaßlicher Täter ermittelt

Logo "Deutscher Feuerwehrverband e.V." (DFV)

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Berlin – „Unsere Jugendorganisation lehrt junge Menschen, wie sie sich und andere vor Brandgefahren schützen und wie sie Menschen im Notfall helfen. Deshalb sind wir zutiefst bestürzt darüber, dass ausgerechnet ein Mitglied der Jugendfeuerwehr die Brandtragödie in Hamburg verursacht haben soll“, sagen Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), und der Bundesjugendleiter der Deutschen Jugendfeuerwehr im DFV, Timm Falkowski.

Durch das Feuer waren am vergangenen Mittwoch eine 33 Jahre alte Mutter aus Pakistan und ihre beiden sechs und sieben Jahre alten Söhne ums Leben gekommen. Die Polizei ermittelte einen strafunmündigen Jungen als mutmaßlichen Täter.

„Dem betroffenen Vater und den Angehörigen der Opfer sowie allen Verletzten und Betroffenen gilt unser besonderes Mitgefühl. Wir bedauern es sehr, dass ihnen dieses Leid durch einen Angehörigen der Feuerwehr zugefügt wurde“, betonen Kröger und Falkowski.

Der Deutsche Feuerwehrverband verweist im weiteren auf die Erklärung des Landesbereichsführers und des Landesjugendfeuerwehrwartes der Feuerwehr Hamburg.

Quelle: DFV-Presseinformation vom 8. Februar 2014

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Brandstiftung in Hamburg: Stellungnahme der Freiwilligen und Jugendfeuerwehr Hamburg

Am vergangenen Mittwoch forderte ein schwerer Brandeinsatz im Hamburger Stadtteil Altona-Nord drei Todesopfer. Die Staatsanwaltschaft und Polizei Hamburg haben heute mitgeteilt, dass der Täter gefasst werden konnte. Es hat sich herausgestellt, dass der 13-jährige Junge Mitglied einer Jugendfeuerwehr gewesen ist.

„Erklärung der Freiwilligen Feuerwehr Hamburg und Jugendfeuerwehr Hamburg zur Brandstiftung in der Eimsbütteler Straße in Hamburg-Altona

Ermittlungen der Polizei in Folge des Brandeinsatzes am Abend des 5. Februar 2014 in Altona-Nord mit drei tragischen Todesfällen und zahlreichen Verletzten haben ein 13-jähriges Kind als Brandstifter ergeben. Der Junge ist seit Dezember 2013 Mitglied einer Hamburger Jugendfeuerwehr.

Diese Tat steht im Widerspruch zu den Idealen und dem Selbstverständnis der Feuerwehr. Die Mitglieder der Feuerwehren, ob Berufs-, Freiwillige oder Jugendfeuerwehren, setzen sich für die Gemeinschaft, ihre Nachbarschaft ein. Sie leisten ihren Mitbürgern Hilfe und stehen ihnen in Not und Gefahr bei. Sie treten dafür ein, jeder und jedem zu helfen, unabhängig vom Ansehen der Person.

In den Jugendfeuerwehren werden jungen Menschen zwischen 10 und 18 Jahren diese Werte und Ideale vermittelt. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung und der Ersten Hilfe lernen sie praktisch gesellschaftliches Engagement und die Hilfe am Nächsten. Jedes Jahr treten mehr als 50 Angehörige in Hamburg in die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren über. Nicht wenige machen aus ihrem ehrenamtlichen Engagement auch ihren Beruf als Beamtin oder Beamter bei der Berufsfeuerwehr.

Die Freiwillige Feuerwehr Hamburg und die Jugendfeuerwehr Hamburg sind tief betroffen über den tragischen Tod der drei Bewohner, denen trotz aller Bemühungen der Einsatzkräfte nicht mehr geholfen werden konnte.

Wir sprechen allen Opfern, Verletzten und Angehörigen unser tief empfundenes Beileid und Mitgefühl aus und wünschen insbesondere den Verletzten eine vollständige und baldige Genesung.

Die Erkenntnis, dass dieses Unglück durch die für uns alle unverständliche und gefährlich fahrlässige Brandstiftung eines Kindes verursacht wurde, erschüttert uns und macht uns traurig.

André Wronski
Landesbereichsführer

Uwe von Appen
Landesjugendfeuerwehrwart“

Quelle: Deutsche Jugendfeuerwehr