Kreislaufprobleme statt Verkehrsunfall

Der Bericht eines Augenzeugen

Symbolbild Erste-Hilfe
Symbolbild Erste-Hilfe

Ein Dienstag um 17:15 Uhr. Feierabend. Ich bin mit meinen Auto auf dem Heimweg nach Otterberg. Meine Gedanken kreisen bereits um die geplanten Abendbeschäftigungen als kurz nach Otterbach mehrere Bremslichter vor mir aufleuchten. Ein Stau bildet sich. Ein Verkehrsunfall an der Einmündung?

Nach wenigen Augenblicken fahre ich an der „Unfallstelle“ vorbei. Eine kleine Menschenansammlung auf dem Fußgänger-/Radweg, darunter ein Angehöriger meiner Wehr. Drei Fahrzeuge stehen mit Warnblinkern an den Straßenrändern – offenbar die Fahrzeuge der Beteiligten.

Ich überlege nicht lange und sichere rund 200 Meter entfernt die „Einsatzstelle“ mit meinem Warndreieck ab. Mein Auto stelle ich mit eingeschalteten Warnblinkern in einer Bushaltestelle ab. An dieser Stelle wird gerne schnell gefahren und die drei Fahrzeuge stehen teilweise auf der Fahrbahn.

Ein Anruf bei meinem Feuerwehrkamerad bringt Licht ins Dunkel. Ein älterer Mann war während des Spaziergangs umgekippt. Zwei Autofahrerinnen bemerkten den Vorfall, hielten an und kümmerten sich um den Senior. Wie ich war mein Bekannter auf dem Nachhauseweg zufällig hinzugekommen.

Ich laufe zur Menschenansammlung. Den Rettungsdienst hat eine Helferin bereits verständigt. Der ältere Mann ist ansprechbar und sitzt auf einem Erdwall. Offenbar hatte er keine bis zu wenig Flüssigkeit während des Spaziergangs zu sich genommen und kippte daher um.

Nach wenigen Minuten ist der Rettungsdienst da. Zwei in weiß gekleidete Männer kümmern sich um den Senior und sprechen mit ihm. Anschließend setzen sie ihn auf einen Tragestuhl und schieben ihn in den Krankentransportwagen hinein. Die Sache ist damit für die beiden Helferinnen, meinen Bekannten und mich beendet.

Nach dem Abendessen geht mir der Vorfall nochmals durch den Kopf. Ich bin froh, dass es noch Menschen gibt, die ihren Mitmenschen in Notlagen helfen – sei es nur durch gutes Zureden und durch Absetzen des Notrufs. Wobei sich auch in diesem Fall zeigte, dass Frauen eher helfen als Männer.

Bei der Feuerwehr werden die Erste-Hilfe-Maßnahmen regelmäßig wiederholt. Daher hat man als Feuerwehrmann diese Sachen im Kopf und kann im Notfall helfen. Für alle, die weniger Übung in Erste-Hilfe haben, empfehle ich den Besuch eines entsprechenden Kurses. Die Hilfsorganisationen wie Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) oder der Malteser Hilfsdienst bieten diese an.