Forstministerin Höfken: Waldbesucher profitieren in Notsituationen von Hilfe-App

Rettungspunkt 6512-314 (Otterberg Geisberg)

Beim Wandern den Fuß verknackst oder mit dem Mountainbike verunglückt? Bei Unfällen in den Wäldern von Rheinland-Pfalz hilft jetzt eine Smartphone-App. Durch Rettungspunkte im Wald und die GPS-Funktion des Smartphones kann der Verunglückte den Rettungsdiensten seine Position beschreiben. So kann auf schnellstem Wege Erste Hilfe geleistet werden. „Rheinland-Pfalz ist das erste Bundesland, das flächendeckend über den gesamten Wald und somit alle Waldbesitzarten ein Netz von 12.500 Rettungspunkten aufbaut“, so Forstministerin Ulrike Höfken am Dienstag bei einem Vorort-Termin im Lennebergwald bei Mainz.

Wandern und Mountainbike fahren liegen im Trend, immer mehr Menschen verbringen ihre Freizeit im Wald. „Den Wald können wir, ohne Eintritt zu bezahlen, für unsere Erholung oder sportliche Aktivitäten nutzen“, sagte Forstministerin Höfken. Verunglückte Freizeitsportler, Spaziergänger oder auch Brennholzselbstwerber wüssten in Unfallsituationen aber meist nicht, wo sie sich genau befänden. „Menschen, die häufig im Wald unterwegs sind, gibt die neue App ein beruhigendes Gefühl“, so Höfken.

Aktuell seien bereits alle Rettungspunkte des Staatswaldes und teilweise Rettungspunkte kommunaler und privater Forstbetriebe in der App „Hilfe im Wald“ enthalten, erklärte die Ministerin. In den nächsten Wochen würden die noch fehlenden Daten aus dem Kommunalwald ergänzt. „Dieses Beispiel der Zusammenarbeit kommunaler und großer privater Waldbesitzer mit Landesforsten zeigt, wie erfolgreich das Modell des Gemeinschaftsforstamts in Rheinland-Pfalz umgesetzt wird“, so Höfken.

Landesforsten Rheinland-Pfalz hat 1998 die ersten betrieblichen Rettungspunkte im Wald eingeführt. Der Schutz der Beschäftigten bei der gefährlichen Waldarbeit stand damals im Vordergrund. Seitdem haben sich die Rettungspunkte durch Veröffentlichung in Wanderkarten zunehmend zu einem überaus wichtigen Rettungsmittel auch für verunglückte Waldbesucher entwickelt. Der Wandel vom rein betrieblichen zu einem öffentlichen Rettungssystem setzt eine hohe Zuverlässigkeit und ständige Aktualität der Rettungspunkte voraus. Deshalb hat Landesforsten in den letzten eineinhalb Jahren alle forstlichen Rettungspunkte im Wald auf Lage und Zustand überprüft und die aktuellen Daten in die Software der Rettungsleitstellen eingespeist. Die Rettungsleitstellen sind nun in der Lage, im Falle eines Notrufs über die App den angegeben Rettungspunkt zu orten und Rettungsfahrzeuge zum Punkt hinzuleiten.

Im Unglücksfall hilft die App mit folgenden Funktionen:

  • Bei der Verortung des Smartphone durch Satellitenempfang (GPS) erfolgt eine grafische Darstellung der eigenen Position im Bezug zu den umliegenden Rettungspunkten
  • Die aktuellen Koordinaten der eigenen Position werden angezeigt
  • Bei Netzempfang des Smartphones (GSM) werden die nächst gelegenen Rettungspunkte sowie die Entfernung und Richtung auf einer topografischen Karte oder einem Luftbild dargestellt
  • Die Rettungsleitstelle mit voreingestellter Notruf-Nummer 112 kann direkt angewählt werden

Der Rettungspunkt ist durch ein grünes Schild mit siebenstelliger Nummer ausgewiesen.

Die Firma INTEND Geoinformatik GmbH aus Kassel hat die App „Hilfe im Wald“ veröffentlicht. Android- und Windows-Smartphones können die App kostenlos nutzen. iPhone-Nutzer müssen sich noch bis Sommer 2015 gedulden.

Quelle (Text): Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz