PM Nr. 13 – 6. April 2015 „Scheunenbrand – Feuerwehr zieht Bilanz“

Die Scheune rund eine Woche nach dem Brand.
Die Scheune rund eine Woche nach dem Brand.

Otterberg – Vier Wochen nach dem Brand einer Scheune in der Lauterer Straße zieht die Feuerwehr eine erste Bilanz.

Das wichtigste Ziel zu Beginn des Einsatzes war die Brandausbreitung auf das angrenzende Wohnhaus zu verhindern. „Das ist uns auch durch einen massiven Wassereinsatz, einer sogenannten Riegelstellung über mehrere Rohre, gelungen. Wären wir jedoch einige Minuten später gekommen, dann hätte vermutlich das angrenzende Gebäude bereits gebrannt. Die Wärmestrahlung war aufgrund des Vollbrandes sehr stark“, sagte Hendrik Braun. Der Otterberger Wehrführer und stellvertretende Wehrleiter war bereits kurz nach der Alarmierung mit der Feuerwehr Otterberg vor Ort.

„Zudem haben wir die Ausbreitung auf das Düngemittellager verhindert. Wäre uns das nicht gelungen, dann hätte für die Nachbarschaft, darunter das Altenheim, eine Gesundheitsgefahr bestanden. Außerdem wäre es zu einem Umweltschaden gekommen“, ergänzt Wehrleiter Matthias Apfelbeck.

Eine weitere Gefahr war am Anfang die Photovoltaikanlage auf dem Scheunendach. Bei ähnlichen Bränden lösten sich die Halterungen und komplette Module stürzten ab. Vor vier Wochen war dies jedoch anders. Die Module stürzten fast senkrecht ab, nachdem das Dach durchgebrannt war oder verbrannten. Dadurch gab es keine direkte Gefahr für die Einsatzkräfte.

Die Stromversorgung wurde während des Einsatzes abgeschaltet. Erst dadurch war die Gefahr durch einen Stromschlag beseitigt.

Die Wasserversorgung war zu Beginn des Einsatzes ein Problem. Daher bauten die Wehrleute in der Hauptstraße eine weitere Wasserentnahme auf und legten eine Schlauchleitung durch die komplette Bachstraße. Durch diese Maßnahme verbesserte sich die Wasserversorgung. Jedoch war die Bachstraße dann komplett für den Verkehr gesperrt und der Kreisel nur einseitig passierbar.

Weil die Scheune schlagartig in Vollbrand stand wurden auch zwei Feuerwehrfahrzeuge durch die starke Wärmestrahlung beschädigt. Plastikteile, wie beispielsweise die Außenspiegel, schmolzen. Eine Frontscheibe und der Lack wurden beschädigt. Der genaue Sachschaden ist derzeit nicht bekannt. Die gröbsten Schäden sind bereits beseitigt. Die Fahrzeuge sind bereits wieder zu Einsätzen ausgerückt.

Dank an Feuerwehrangehörige, Arbeitgeber und Helfer

„Für die hervorragende Arbeit bedanke ich mich bei allen Feuerwehrleuten“, so Bürgermeister Harald Westrich. Apfelbeck und Braun schließen sich dem Dank an und ergänzen, dass die Einsatzkräfte innerhalb einer Woche durch diesen Einsatz, die Nachlöscharbeiten und durch die Wiederherstellung des Einsatzmaterials stark belastet waren. Außerdem rückten die Wehrleute zu weiteren Einsätzen aus, darunter eine Drehleiterunterstützung für den Rettungsdienst um 2:40 Uhr.

„Ein weiterer Dank gilt den Arbeitgebern und Arbeitskollegen unserer freiwilligen Feuerwehrangehörigen. Schließlich fehlten sie am Arbeitsplatz und der Betrieb musste trotzdem laufen“, sagte Westrich. Auch drei Arbeitnehmer, die bei der Stadt Otterberg und der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg angestellt sind, fehlten einen Arbeitstag aufgrund der Feuerwehrtätigkeit.

Abschließend bedanken sich Bürgermeister, Wehrleiter und Stellvertreter bei den Vertretern verschiedener Organisationen, die den Feuerwehreinsatz unterstützten. Darunter waren auch Landwirte und Bürger, die das brennende Stroh mit Traktoren und Baggern aus der Scheune holten, damit es die Feuerwehr löschen konnte. „Glücklicherweise zogen sich alle Helfer während des Einsatzes keine ernsthaften Verletzungen zu“, lautet das Fazit.

Tatverdächtiger in Untersuchungshaft

Vor zwei Wochen kam ein Tatverdächtiger in Untersuchungshaft. Der 21-Jährige hatte gegenüber der Polizei mehrere Brände, darunter den Scheunenbrand, gestanden.

Die Tatsache, dass der Brand gelegt wurde, hatte in Reihen der Feuerwehr für große Empörung gesorgt. Einige Angehörige sind mit den Betroffenen befreundet oder wohnen in der Nachbarschaft des landwirtschaftlichen Anwesens. „Jetzt, zu Beginn der Saatzeit, hat der Brand alle Traktoren und einen Großteil der Maschinen zerstört. Das ist ein schwerer Schlag für den Landwirt“, so Apfelbeck.

„Die Bevölkerung war aufgrund dieses Großbrands und der zahlreichen Mülltonnenbrände beunruhigt. Die Anspannung hat sich erst nach Bekanntwerden der Festnahme aufgelöst“, so das abschließende Fazit.