PM Nr. 41 – 13. November 2015 „Erste Indienststellungen nach Fusion“

Zwei Einsatzfahrzeuge und Schulungsraum für die Feuerwehr

Die Schlüsselübergabe. Wehrleiter Matthias Apfelbeck, Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt, stv. Wehrleiter Danny Schulz und Hendrik Braun, Michael Höhn (Fa. Magirus), Bürgermeister Harald Westrich und Kreisfeuerwehrinspekteur Hans Weber.
Die Schlüsselübergabe. Wehrleiter Matthias Apfelbeck, Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt, stv. Wehrleiter Danny Schulz und Hendrik Braun, Michael Höhn (Fa. Magirus), Bürgermeister Harald Westrich und Kreisfeuerwehrinspekteur Hans Weber.

Otterberg – 16 Monate nach der Fusion stellte die Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg am Donnerstagabend, 12. November, im Feuerwehrhaus Otterberg zwei neue Einsatzfahrzeuge in Dienst. Außerdem wurden die neuen Räumlichkeiten, darunter ein großer Schulungsraum in der ehemaligen Hausmeisterwohnung des Feuerwehrhauses Otterberg ihrer Bestimmung übergeben.

Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) wird bei der Feuerwehr Otterberg und das Mittlere Löschfahrzeug (MLF) wird bei der Feuerwehr Olsbrücken stationiert.

Wehrleiter Matthias Apfelbeck hob in seiner Rede die Besonderheit hervor, dass zwei Fahrzeuge und ein Schulungsraum ihren Bestimmungen übergeben werden. Er bedankte sich bei allen Helfern und Unterstützern, die in Eigenleistung die „Räumlichkeiten für eine zeitgemäße Ausbildung“ umgebaut haben. Weiter bedankte sich Apfelbeck bei den politischen Verantwortlichen und stellte fest, dass der Wehrleitung und den Wehrführungen der „finanzielle Aufwand für die Anschaffungen“ bekannt sind.

Bürgermeister Harald Westrich sagte, dass der Haushalt 2015 für die Ratsmitglieder eine „harte Nuss“ war, weil sowohl ein HLF als auch ein MLF angeschafft wurden. Er bedankte sich ebenfalls bei den Helfern und Unterstützern, die den Schulungsraum umbaut haben. „Der Kostenrahmen wurde gut eingehalten“, stellte Westrich fest. Gegen Ende seiner Rede erinnerte er an einen Brandstifter, der vor einigen Monaten mehrere Brände, darunter einen Scheunenbrand, in Otterberg gelegt hatte. „Die gut gerüstete Feuerwehr hat diesen Brand gelöscht“, so sein Fazit.

Die Kreisbeigeordnete Gudrun Heß-Schmidt und der Kreisfeuerwehrinspekteur Hans Weber schlossen sich mit Grußworten an.

HLF 10 „Otterberg“

HLF der Feuerwehr Otterberg.
HLF der Feuerwehr Otterberg.

Das Fahrgestell ist ein MAN TGM 13.290 4×4 BL FW, Baujahr 2015, mit 290 PS und einem zulässigen Gesamtgewicht von 12.500 Kilogramm. Es hat Allrad, ein automatisiertes Schaltgetriebe und eine luftgefederte Hinterachse, die im Stand abgesenkt werden kann. Das erleichtert die Geräteentnahme an der Einsatzstelle. Den Ausbau führte die Firma Magirus GmbH aus Ulm (Baden-Württemberg) durch.

Maximal neun Personen, inklusive Fahrer, können mitfahren. Das entspricht der feuerwehrtaktischen Einheit „Gruppe“. Der Anschaffungspreis liegt bei rund 310.000 Euro für Fahrgestell, Ausbau und Ausrüstung. Das Land Rheinland-Pfalz gewährt einen Zuschuss von 73.000 Euro.

Das Fahrzeug ist sowohl für die Brandbekämpfung als auch für technische Hilfeleistungen ausgelegt. So können zum Beispiel PKW-, Gebäude-, Kamin-, Flüssigkeits- und Brände in elektrische Anlagen bekämpft werden. Verkehrsunfall, Ausleuchtung von nächtlichen Einsatzstellen, Wassernotstand und Baum über Fahrbahn sind Beispiele aus dem Bereich der technischen Hilfeleistung, für die das HLF ausgelegt ist.

HLF der Feuerwehr Otterberg, Seitenansicht.
HLF der Feuerwehr Otterberg, Seitenansicht.

Die eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit Normaldruck hat einen Nennförderstrom von 2.000 Liter pro Minute bei einem Nennförderdruck von 10 bar. Der Löschwassertank fasst 1.400 Litern. Wasser kann über vier Abgänge und über einen 50 Meter langen Schnellangriff abgegeben werden. Das Fahrzeug hat vier Atemschutzgeräte im Mannschaftsraum, eine Ausrüstung für die Brandbekämpfung, einen Lüfter, einen Stromerzeuger, einen eingebauten Lichtmast und eine Beleuchtungsausrüstung. Für die technische Hilfeleistung werden unter anderem ein hydraulisches Rettungsgerät, eine Säbelsäge, eine Kettensäge, eine Bohrmaschine und Unterbaumaterial für Verkehrsunfall mitgeführt.

Das Fahrzeug wurde am 28. und 29. Oktober 2015 beim Aufbauhersteller abgeholt. Dort erfolgte auch die Einweisung. Die Fahrzeugabholung übernahm das „Planungsteam HLF“ aus Otterberg. Vor rund zwei Jahren gründete Wehrführer Hendrik Braun eine Arbeitsgruppe, deren acht Kameraden angehören.

Braun: „Die Arbeitsgruppe HLF 10 begleitete das Fahrzeug von der ersten Idee bis zur Abholung. Deutschlandweit wurden Fahrzeuge besichtigt, kritisch unter die Lupe genommen und mit deren Konstrukteuren unterhalten. Leistungsbeschreibungen wurden erstellt, pro und contra gegenübergestellt, Fahrgestelle getestet, Fahrzeugaufbauten begutachtet und die Wirtschaftlichkeit geprüft.“

Das HLF 10 ersetzt ein 27 Jahre altes Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) und ein 23 Jahre altes Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6).

MLF „Olsbrücken“

MLF der Feuerwehr Olsbrücken.
MLF der Feuerwehr Olsbrücken.

Das Fahrgestell ist ein MAN TGL 8.180 4×2 BB, Baujahr 2014, mit 180 PS und einem zulässigen Gesamtgewicht von 8.800 Kilogramm. Den Ausbau führte die Firma Ziegler Feuerwehrgerätetechnik GmbH & Co. KG aus Mühlau (Sachsen) durch.

Maximal sechs Personen, inklusive Fahrer, können mitfahren. Das entspricht der feuerwehrtaktischen Einheit „Staffel“. Der Anschaffungspreis liegt bei rund 166.000 Euro für Fahrgestell und Ausbau. Das Land Rheinland-Pfalz gewährt einen Zuschuss von 50.000 Euro.

Das MLF ist in erster Linie ein Einsatzfahrzeug für die Brandbekämpfung. Aufgrund seiner Ausrüstung kann es auch bei technischen Hilfeleistungen eingesetzt werden. Es verfügt über einen GAMS-Plus-Ausstattungssatz, mit dem die ersten unaufschiebbaren Maßnahmen bei einem Gefahrstoffaustritt durchgeführt werden. Brände, zum Beispiel PKW, Gebäude, Kamin und Flüssigkeiten, können damit bekämpft werden. Bei den technischen Hilfeleistungen gehören unter anderem die Ausleuchtung von nächtlichen Einsatzstellen, Wassernotstand und Baum über Fahrbahn zu den Einsatzmöglichkeiten des MLF.

HLF und MLF auf dem Geisberg bei Otterberg.
HLF und MLF auf dem Geisberg bei Otterberg.

Die eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe mit Normaldruck hat einen Nennförderstrom von 1.000 Liter pro Minute bei einem Nennförderdruck von 10 bar. Der Löschwassertank fasst 1.000 Litern. Weiter verfügt das Fahrzeug über einen 50 Meter langer Schnellangriff, vier Atemschutzgeräte, davon sind zwei im Mannschaftsraum untergebracht, eine Ausrüstung für die Brandbekämpfung und einen Lüfter. Auf dem MLF sind auch ein Ex-Messgerät, zwei Gerätesätze Absturzsicherung, ein Stromerzeuger, ein festeingebauter Lichtmast, eine Beleuchtungsausrüstung, eine Kettensäge, sowie eine vierteiligen Steckleiter und eine dreiteilige Schiebleiter verlastet.

Das MLF war ein Vorführfahrzeug der Firma Ziegler. Dadurch war es günstiger als ein Neufahrzeug. Das Fahrzeug wurde am 27. und 28. Oktober 2015 beim Aufbauhersteller abgeholt. Dort erfolgte auch die Einweisung.

Das vorhandene Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24-Tr) erhält die Feuerwehr Mehlbach. Das dort stationierte Tanklöschfahrzeug (TLF 8/18), das inzwischen 27 Jahre alt ist, wird ausgemustert.

Ehemalige Hausmeisterwohnung

Der Verbandsgemeinderat Otterbach-Otterberg stimmte während seiner Sitzung am 7. Mai 2015 dem Umbau der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Feuerwehrhaus Otterberg zu. Die Umbaumaßnahmen wurden größtenteils in Eigenleistung durch Feuerwehrangehörigen durchgeführt. Eine genaue Zeitdokumentation wurde nicht geführt, jedoch wurden über 1.000 Stunden geleistet.

Die Chronik:

13. Mai: Abriss der drei Zwischenwände
27. Juni: Wände und Bad verputzt
18. Juli: Türzargen lackiert
5. bis 12. August: Wände mit Tiefengrund gestrichen
14. und 15. August: Wände tapeziert
18. und 19. August: Wände gestrichen
20. August: Steckdosen und Lichtschalter gesetzt
20. bis 24. August: Fliesenarbeiten
26. August: Lampen montiert, Bäder und Flur gestrichen
26. bis 29. August: Waschtisch usw. im Bad montiert.
2. September: Letzte Wände und Decken gestrichen
9. September: Boden verlegt
11. September: Heizkörper lackiert
15. September: Heizkörper montiert
30. September: Türen eingebaut

Es sind noch kleinere Arbeiten durchzuführen und es fehlen noch einige Möbel, die bereits bestellt sind.

Der stellvertretende Wehrführer Florian Jung hatte die Bauleitung. Er wurde von Christian Merz, Daniel Schreiber, Christian Scheidel, Dominik Tröster und vielen weiteren Helfern unterstützt.

Die Unternehmen Uwe Peters, Jacek Sikora (beide Otterberg) und Thiel & Riedl (Kaiserslautern) haben mitgewirkt.

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Alle Bilder: Feuerwehr / Harald Laier