Projekt WiTAFFF hebt wertvollen Erfahrungsschatz

Tobias Adam, Leiter des Forstamts Otterberg, stellt die Modelregion Otterberg vor. Bild: Harald Laier / Feuerwehr
Tobias Adam, Leiter des Forstamts Otterberg, stellt die Modelregion Otterberg vor. Bild: Harald Laier / Feuerwehr

Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Forst und Feuerwehr halfen am 20.04.2026 im Rahmen des Waldbrandschutzprojekts WiTAFFF einen Schatz der besonderen Art zu heben: Viele Jahre Praxiserfahrung rund um Vorbeugung und Bekämpfung von Waldbränden. Aus ganz Rheinland-Pfalz waren Vertretungen der Feuerwehren der Landkreise und Kreisfreien Städte, der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, von Landesforsten Rheinland-Pfalz, dem Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (LfBK) und dem Waldbildungszentrum (WBZ) dafür in der Stadthalle Otterberg zusammengekommen. Otterberg ist im Rahmen des Projekts „Wissenstransfer durch Aus- und Forstbildung für Forst- und Feuerwehr“ (WiTAFFF) für die Projektlaufzeit zum Zentrum einer Modellregion geworden, in der praxisnahe Konzepte rund um die Aus- und Fortbildung in Sachen Waldbrandvorbeugung und -bekämpfung entwickelt werden, die später auch anderen Regionen nutzbar gemacht werden sollen. Dafür arbeiten das Forstamt Otterberg und die Feuerwehr dort eng zusammen. Gefördert wird das bis Ende August 2027 laufende Projekt durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Landesforsten Rheinland-Pfalz, neben der Branddirektion Frankfurt am Main und der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg einer der drei Projektpartner, hatte die Teilnehmenden eingeladen, an diesem Entwicklungsworkshop mitzuwirken, um ihr Praxiswissen in das Projekt einzubringen. Nach einer Begrüßung und Vorstellung des LfBK gab es kurze Impulsvorträge der drei Projektpartner zur Plattform FFF Lab, dem Projekt WiTAFFF, der Wissenssammlung „vegetationsbraende.de“ und zur Modellregion Otterberg. Marie Fuchs von der Branddirektion Frankfurt präsentierte erste Einblicke in die Ergebnisse einer im Rahmen von WiTAFFF durchgeführten Befragung zur Erhebung des IST-Zustandes in der Modellregion. Im Ergebnis war festzustellen, dass es bei der Aus- und Fortbildung zum Waldbrandschutz nicht an Motivation oder Qualität mangelt, jedoch die Struktur verbessert werden kann.

Teilnehmer der Veranstaltung. Bild: Harald Laier / Feuerwehr
Teilnehmer der Veranstaltung. Bild: Harald Laier / Feuerwehr

Nach diesem ersten Input waren die Teilnehmenden dann aufgerufen, selbst aktiv zu werden und ihr Know-How in gemischten Gruppen in einen von zehn Arbeitskreisen einzubringen, die sich mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten von Waldbrandprävention über Einsatzvorbereitung und Brandbekämpfung bis hin zu Nachsorge und Ausbildung befassten. In allen Schwerpunkten waren sie dabei zu den Aspekten Aus- und Fortbildung sowie Zusammenarbeit von Forst und Feuerwehr gefragt. Um allen Teilnehmenden die Gelegenheit zu geben, sich auch bei den anderen Arbeitskreisthemen zu informieren und einzubringen, gab es anschließend die Gelegenheit eines Rundgangs und die Möglichkeit einer Priorisierung einzelner Aspekte bevor die wichtigsten Ergebnisse aller Arbeitskreise zum Schluss des Workshops dem Plenum vorgestellt wurden.

Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch boten die Pausen, die aufgrund besten Wetters auch im Außenbereich stattfinden konnten.

Die Ergebnisse des Workshops werden derzeit durch das Projektteam ausgewertet. Festzuhalten ist aber bereits jetzt, dass in einer sehr offenen und konzentrierten Art und Weise an den Themen gearbeitet und dem Wunsch nach einer stärkeren Zusammenarbeit von Forst und Feuerwehr vielfach Ausdruck verliehen wurde. Der Workshop bildete dazu dank des Engagements der Teilnehmenden einen gelungenen Auftakt.

Das Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr Otterbach vor der Stadthalle Otterberg. Bild: Harald Laier / Feuerwehr
Das Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr Otterbach vor der Stadthalle Otterberg. Bild: Harald Laier / Feuerwehr

Text: Steffen Hartig, Landesforsten Rheinland-Pfalz