150 Jahre Feuerwehr Frankelbach / Hans-Peter Spohn mit dem Silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande geehrt
Frankelbach – Am Freitagabend, 21. August, wurde mit einem Festbankett im örtlichen Bürgerhaus das 150-jährige Bestehen der Feuerwehr Frankelbach gefeiert.

Grußworte
„Wenn es brannte, mussten Menschen zusammenstehen und gemeinsam handeln“, stellte Bürgermeister Harald Westrich während seiner Grußworte fest. Er blickte dabei auf die Anfänge der Feuerwehr Frankelbach im Jahr 1876 zurück. Damals stand vor allem der Schutz der Menschen und ihrer Häuser vor Feuer im Mittelpunkt. Die Ausstattung war einfach: Handdruckspritze, Leitern, Feuerhaken, Eimer und Schläuche. Vor allem aber waren viele helfende Hände notwendig. Während der beiden Weltkriege mussten Frauen und andere Helfer den Brandschutz aufrechterhalten. Die Feuerwehr war damals nicht nur für die Brandbekämpfung zuständig, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Bevölkerungsschutzes.
„Was sich in 150 Jahren verändert hat, sind die Aufgaben und die Technik. Was geblieben ist, sind die Menschen“, betonte Westrich. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Technik leistungsfähiger, die Ausbildung professioneller und aus einer Organisation, die vor allem Brände bekämpfte, wurde eine Hilfeleistungsorganisation für die unterschiedlichsten Notlagen. Dieser Wandel setze sich bis heute fort. Extreme Hitze, Trockenheit sowie Vegetationsbrände stellten die Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Gleichzeitig nähmen Starkregenereignisse und Unwettereinsätze an Bedeutung zu. Westrich dankte den aktiven und ehemaligen Feuerwehrangehörigen, ihren Familien sowie allen, die in den vergangenen 150 Jahren zum Bestehen der Feuerwehr Frankelbach beigetragen haben.
„Was vor 150 Jahren mit einer Handdruckspritze, Löscheimern und Holzleitern begann, ist heute zu einem hochtechnisierten System geworden“, stellte Ortsbürgermeister Hans-Peter Spohn während seiner Grußworte fest. Von 2000 bis 2020 war er Wehrführer der Feuerwehr Frankelbach. Anhand ausgewählter Jahreszahlen blickte Spohn auf die Entwicklung der Wehr zurück. Von der Gründung im Jahr 1876 über die erste Quartierspritze, die Anschaffung einer vierrädrigen Saugspritze im Jahr 1895 – übrigens immer noch im Besitz der Wehr – und die Motorisierung 1979 bis hin zum heutigen modernen Feuerwehrwesen habe sich die Ausstattung grundlegend verändert.
Früher stand die reine Brandbekämpfung im Vordergrund, heute dominieren technische Hilfeleistungen und andere Gefahrenlagen. Geblieben seien jedoch die Bereitschaft, den Mitbürgern in Not zu helfen, und die Verantwortung für die Gemeinschaft. Spohn appellierte an die Bevölkerung, die ehrenamtliche Arbeit und den dafür notwendigen Übungsdienst nicht als selbstverständlich anzusehen. Zum Abschluss wünschte er der Feuerwehr, dass sich auch künftig junge Menschen für den Feuerwehrdienst begeistern lassen, und den Feuerwehrangehörigen vor allem eines: „Kommen Sie allzeit gesund zurück von all Ihren Einsätzen.“
Wehrleiter Christian Scheidel gratulierte der Feuerwehr Frankelbach im Namen der Wehrleitung zum 150-jährigen Bestehen und würdigte die lange Geschichte der Einheit. In dieser Zeit hätten die Feuerwehrangehörigen unzählige Male Menschen, Tiere und Sachwerte vor Schaden bewahrt und Verantwortung für ihre Mitmenschen übernommen. Aus den Anfängen mit einfachen Löschgeräten und dem freiwilligen Engagement der Bürger habe sich eine leistungsfähige Feuerwehr entwickelt, die heute auch über die Grenzen der Verbandsgemeinde hinaus eingesetzt wird. Gerade in schwierigen Zeiten, während der Weltkriege, bei großen Bränden und während der Nachkriegsjahre hätten die Mitglieder der Feuerwehr Frankelbach immer wieder Einsatzbereitschaft, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung bewiesen.
„Dieses Miteinander ist glücklicherweise bis heute erhalten geblieben und genau das ist es, was eine leistungsfähige Feuerwehr ausmacht“, so Scheidel. Sein Dank galt den aktiven und ehemaligen Feuerwehrangehörigen sowie den Familien, die das Ehrenamt mittragen. Durch die Anpassung der Alarm- und Ausrückeordnung und die Einführung neuer Einsatzpläne werde die Feuerwehr Frankelbach künftig verstärkt auch bei Einsätzen innerhalb der gesamten Verbandsgemeinde und darüber hinaus eingesetzt. Zum Abschluss wünschte Scheidel der Einheit weiterhin eine starke Gemeinschaft, gute Kameradschaft und vor allem, dass alle Feuerwehrangehörigen gesund von ihren Einsätzen zu ihren Familien zurückkehren.
„Einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann“, stellte Martin Müller, Sprecher der Alters- und Ehrenabteilung, während seiner Grußworte fest. Er blickte auf die Entwicklung des Feuerwehrdienstes und insbesondere des Nachwuchses zurück. Vor rund 30 Jahren habe man erkannt, dass die Nachwuchsgewinnung schwieriger werde, und deshalb eine Jugendfeuerwehr gegründet. Einige der damaligen Jugendlichen seien heute selbst in Führungsfunktionen tätig – unter anderem als Wehrführer.
„Die Alters- und Ehrenabteilung ist kein Seniorenclub, sondern die jüngste Abteilung der Feuerwehr“, so Müller mit einem Augenzwinkern. Die offizielle Gründung erfolgte im November 2023. Müller bezeichnete die Einführung dieser Abteilung als wichtigen Schritt. Feuerwehrangehörige sollten nach vielen Jahren des aktiven Dienstes nicht einfach aus der Feuerwehrgemeinschaft ausscheiden. Die langjährige Erfahrung der ehemaligen Aktiven könne auch weiterhin für die jüngeren Kameradinnen und Kameraden wertvoll sein. Müller gratulierte der Feuerwehr Frankelbach im Namen der Alters- und Ehrenabteilung zum Jubiläum.
Die Festrede hielt der Kreisbeigeordnete Jan Schneider. Weitere Grußworte sprachen Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) Michael Herfurth und Patric Felzmann, Vorsitzender des Fördervereins. Der Förderverein feiert in diesem Jahr zudem sein 40-jähriges Bestehen, das während des Festbanketts ebenfalls gefeiert wurde. Am Ende des Festbanketts wurde die Ausstellung im Bürgerhaus eröffnet, in der unter anderem Dioramen, Feuerwehrehrenzeichen und Bilder gezeigt werden. Richard Heimler umrahmte die Veranstaltung musikalisch. Wehrführer Benjamin Poll begrüßte die Gäste und führte durch das Programm.
Verpflichtung, Beförderungen und Bestellung
Westrich verpflichtete Luis Eser und beförderte ihn zugleich zum Feuerwehrmannanwärter. Justin Eser wurde zum Löschmeister und Thomas Spohn zum Hauptlöschmeister befördert. Außerdem beförderte Westrich Jannik Rohde zum Brandmeister und bestellte ihn zudem zum Gruppenführer.



Ehrungen
Für seine zehnjährige Feuerwehrzugehörigkeit wurde Brandmeister Jannik Rohde mit dem bronzenen Feuerwehr-Ehrenzeichen der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg (VG) geehrt. Löschmeister Justin Eser erhielt für seine 15-jährige Feuerwehrzugehörigkeit das bronzene Ehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz. Westrich ehrte Wehrführer Benjamin Poll und Hauptlöschmeister Thomas Spohn für ihre jeweils 20-jährige Feuerwehrzugehörigkeit mit dem silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen der VG. Hauptlöschmeister Frank Wirth erhielt für seine 25-jährige Feuerwehrzugehörigkeit das silberne Ehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz.
Schneider ehrte Patrick Felzmann für seine 35-jährige aktive Feuerwehrzugehörigkeit mit dem Goldenen Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes Rheinland-Pfalz. Insbesondere sein langjähriges Engagement als Vorsitzender des Feuerwehrfördervereins, dem er seit 2009 vorsteht, würdigte Schneider.
Anschließend wurde Hans-Peter Spohn mit dem Silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen am Bande des Landes Rheinland-Pfalz für besondere Verdienste um das Feuerwehrwesen geehrt. Schneider hob sein langjähriges Engagement als Feuerwehrmann und seinen Einsatz für das Ehrenamt hervor. Anschließend verabschiedete Westrich Spohn nach fast 50 Jahren Feuerwehrdienst aus dem aktiven Dienst. Er bleibt weiterhin in der Alters- und Ehrenabteilung aktiv.
Spohn ist Brandmeister und trat im Januar 1978 in die Feuerwehr Frankelbach ein. Von Juli 1997 bis Juni 2000 war er stellvertretender Wehrführer. Anschließend war er 20 Jahre lang Wehrführer der Feuerwehr Frankelbach. Spohn ist sowohl Ortsbürgermeister von Frankelbach als auch Beigeordneter der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg.

Zwölf aktive Feuerwehrangehörige
Derzeit verfügt die Feuerwehr Frankelbach über zwölf aktive Feuerwehrangehörige, darunter eine Feuerwehrfrau. Die Wehr rückt mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) aus. Das im Jahr 2013 von der Firma Ziegler auf einem Opel Movano aufgebaute Fahrzeug wurde damals als Neufahrzeug in Frankelbach stationiert. Pro Jahr rückt die Wehr zu etwa zehn Einsätzen aus.